Auswahlkriterium
Woran Sie erkennen, welche Arbeit sich zu automatisieren lohnt
Drei Eigenschaften entscheiden darüber, ob sich ein Ablauf rechnet. Wo nur zwei zutreffen, kostet Automatisierung mehr, als sie einbringt.
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Software im Betrieb
Fast jeder Betrieb hat Software, die er halb nutzt. Das liegt selten an der Software und fast immer daran, wer sie einrichten sollte.
Fragen Sie in einem Betrieb mit fünfzehn Mitarbeitenden, welche Software im Einsatz ist. Sie bekommen eine Handwerkersoftware genannt, ein Buchhaltungsprogramm, vielleicht ein Zeiterfassungssystem, dazu Outlook und WhatsApp. Fragen Sie dann, welcher Teil davon tatsächlich genutzt wird, wird es still.
Das ist kein Einzelfall und kein Zeichen von Nachlässigkeit. Es hat drei Gründe, und keiner davon liegt an der Software.
Beim Kauf sind alle einig, dass das Programm alles kann. Danach muss jemand entscheiden, wie dieser Betrieb damit arbeitet: welche Felder gepflegt werden, welche Vorlagen es gibt, wer was freigibt, was mit den Altdaten passiert. Diese Entscheidungen sind Arbeit, und sie fallen genau dann an, wenn der Betrieb ohnehin läuft.
Also wird die Software „erst mal" so genutzt, wie sie aus dem Karton kommt. Die Vorlagen sind fremd, die Felder passen nicht, jemand tippt daneben weiter. Nach drei Monaten ist der Zustand normal geworden.
Fast jedes System verlangt zuerst Pflege und liefert erst danach Nutzen. Stammdaten, Preislisten, Artikel, Mitarbeitende. Der Nutzen kommt in Monaten, der Aufwand kommt sofort — und trifft die Person, die schon am meisten zu tun hat. In der Regel ist das eine Bürokraft in Teilzeit.
Wenn diese Person das System ablehnt, ist es tot, egal was der Chef entschieden hat. Das ist keine Trotzreaktion, sondern eine vernünftige Priorisierung: Die Rechnungen müssen heute raus.
Handwerkersoftware kann Aufträge, Aufmaße, Nachkalkulation. Das ist die Arbeit, für die der Kunde zahlt. Die Arbeit daneben — Anfragen sichten, Termine bestätigen, Belege sortieren, Zahlungen nachhalten, Rückfragen beantworten — liegt dazwischen, quer zu den Systemen. Genau deshalb bleibt sie im Postfach und in WhatsApp hängen.
Rechnen Sie es einmal für sich durch, mit einem realistischen Stundensatz für die Person, die es macht. Ein Handgriff, der zwei Minuten dauert und vierzigmal in der Woche anfällt, ergibt gut eine Stunde. Fünf solcher Handgriffe ergeben einen halben Arbeitstag pro Woche, ohne dass irgendwo eine Rechnung dafür entsteht. Der teure Teil ist nie der einzelne Handgriff — es ist ihre Zahl.
Der naheliegende Reflex ist, die Software zu wechseln. Das ist fast immer der teuerste und selten der richtige Weg, weil das nächste System dieselben drei Probleme mitbringt.
Der bessere Weg beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Was läuft heute tatsächlich, wo wird doppelt getippt, welche Handgriffe wiederholen sich. Erst danach entscheidet man, was eingerichtet, was angebunden und was ersatzlos weggelassen wird. Wir lösen deshalb nichts ab, was funktioniert. Wir binden an, was da ist, und richten die Arbeit dazwischen ein.
Und wenn die Antwort lautet, dass sich das bei Ihnen nicht trägt, dann sagen wir das. Ein Werkzeug, das nach drei Monaten niemand mehr öffnet, hat niemandem geholfen — uns am wenigsten.
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Auswahlkriterium
Drei Eigenschaften entscheiden darüber, ob sich ein Ablauf rechnet. Wo nur zwei zutreffen, kostet Automatisierung mehr, als sie einbringt.
Aufnahme
Kein Workshop, kein Fragebogen, kein Gutachten. Was wir stattdessen tun — und warum wir zusehen statt zu fragen.
Nächster Schritt
Am Ende steht, was jeder Ablauf heute kostet, was seine Umstellung an Aufwand bedeutet — und wovon wir abraten.